Mission

Der Fachbereich Soziologie (ISRA) ist das sozialwissenschaftliche Zentrum der Fakultät für Architektur und Raumplanung. Die Qualifikation der MitarbeiterInnen reichen von Allgemei­ner Soziologie, Stadt- und Regionalsoziologie, über Geografie und Ökonomie zur Urbanistik, Stadt- und Raumplanung.

Ziel der Forschung und Lehre ist die Analyse und Vermittlung gesellschaftlicher Zusammen­hänge auf der Mikro-, Meso- und Makro-Ebene des Raumes. Wer Raum gestalten resp. die Rahmenbedingungen für dessen Gestaltung setzen und verstehen will, muss die Standort-, Mo­bilitätsbedürfnisse der Menschen verstehen, erkennen und ggf. beeinflussen können. Dazu gehört vor allem auch die Nutzung des öffentlichen Raumes.

Raumverhalten erkennen, verstehen und einordnen

Die komplexen Ursachen-Wirkungszusammenhänge zwischen der Nutzung des Siedlungs­raumes unterschiedlicher sozialer Gruppen bringen unterschiedliche Interessen zum Aus­druck. Diese müssen wissenschaftlich basiert erkannt, expliziert und nachvollziehbar abge­wogen werden, um für die jeweiligen sozialräumlichen Einheiten maßgeschneiderte und nachhaltige Maßnahmenkonzepte anbieten und umsetzen zu können.

Gesellschaftliche Prozesse haben immer einen konkreten Raum- und Zeitbezug

Innerhalb eines ingenieurwissenschaftlich verstandenen Raumplanungs-Studiums verweist das ISRA darauf, dass soziale Prozesse immer raum- und zeitabhängig sind (im Gegensatz zu den Natur- und Technikwissenschaften). Das hat zur Folge, dass den jeweiligen institutio­nellen und individuellen Konstellationen eine besondere Bedeutung bei der Produktion und der Reproduktion des gesellschaftlichen Raumes beigemessen wird. Gleichzeitig sind Archi­tektur, Städtebau und Landschaftsplanung nicht nur als Ausdruck individueller künstlerischer Leistung zu verstehen, sondern sie sind immer wieder in den jeweiligen gesellschaftlichen Kontext einzubinden.

Um sozialräumliche Strukturen und Prozesse erkennen und einordnen zu können, bedarf es des methodischen Ansatzes der Sozialraumanalyse

Sozialräumliche Prozesse lassen sich durch die Amtliche Statistik nur unzureichend abbil­den. Es ist daher notwendig, weitere Informationen über die räumlichen Figurationen in sy­stematischer Weise zu erheben. Dazu bedient sich das ISRA einer angemessenen Kombi­nation quantitativer und qualitativer Formen empirischer Sozialforschung. Die heutigen Auf­gaben der Sozialwissenschaften lassen sich nicht auf eine wertfreie Analyse sozialräum­licher Figurationen begrenzen, sondern erfordern auch – gerade in den Zusammenhängen von Architektur, Städtebau und Raumplanung – Methoden der Aktionsforschung, allen voran partizipativen Methoden. In diesem Zusammenhang erhält eine professionelle Kommunikation eine zunehmende Bedeutung.