Millieus, Lebensstile, Klasse

Text bald verfügbar!

Armut

Armut ist zentraler Bestandteil des gegenwärtigen sozialen und ökonomischen Wandels und wird  zum einen als relatives Unterschreiten des nach Größe und Zusammensetzung gewichteten Haushaltseinkommens unter dem nationalen Durchschnitt („Äquivalenzeinkommen“), zum anderen als das Fehlen wesentlicher Konsumgüter oder des Nicht-Leisten-Könnens von Essen und/oder Wohnraum (Armutsgefährdung) definiert. Arm zu sein bedeutet aus gesellschaftlichen (Teil-)Prozessen ausgeschlossen zu sein und ist somit eng mit dem Konzept der sozialen Exklusion verbunden.

Auch räumliche Faktoren des Wohnungsmarktes bei (z.B. schlechte Wohnungs- und Wohnumfeldbedingungen, schlechte Erreichbarkeit und Infrastruktur) tragen dazu bei. Durch die Sortierungsprozesse im Wohnungsmarkt und den Zuweisungspraktiken zum öffentlich geförderten Wohnraum entstehen Muster sozialräumlicher Ungleichverteilung (Segregation). Aus Sicht des politisch-administrativen Systems wird dieser räumlichen Konzentration ein hohes Gefährdungspotenzial (Parallelgesellschaften, „Kultur der Armut“, „soziale Brennpunkte“) zugesprochen. Die „Räume der Armut“ werden sowohl auf regionaler/lokaler Ebene durch gesellschaftliche Makroprozesse (wie bspw. die Bedingungen des Wohnungsmarktes) produziert, als auch durch AkteurInnen auf der Mikroebene reproduziert (durch das Umzugsverhalten, auch wenn dieses oft nur geringe Spielräume lässt) und es wird sozial different erlebt (rekonstruiert).

Typische Fragestellungen dieses Themenfeldes sind:

  • Welche Prozesse und Mechanismen bedingen die räumliche Konzentration von (städtischer) Armut?
  • Welche planerischen Möglichkeiten bestehen, um mit räumlich-konzentrierter Armut und sozialräumlicher Ungleichheit umzugehen?
  • Welche Rolle spielt die Zugänglichkeit von Räumen für die Integration armutsbetroffener bzw. exkludierter Gruppen?
  • Wie ausgrenzend wirken Quartiere mit einem höheren Anteil an Armutsbevölkerung?
  • Wie kann die ungleiche Verteilung von Wohnstandorten bestimmter armutsgefährdeter Gruppen (residenzielle Segregation) erklärt werden?

urban food, Ernährungssicherheit

Text bald verfügbar!

Lebensphasen (Kindheit, Jugend, Altern)

Im 21. Jahrhundert gilt in den Sozialwissenschaften der klassische Lebenslauf (Kindheit-Jugend-Erwerbsalter-Pensionsalter) durch vielfältige gesellschaftliche Wandlungs- und Differenzierungstendenzen als überholt. Daher sind Lebensphasen allenfalls als idealtypischer Ablauf zu verstehen, der durch Brüche in den individuellen Lebensläufen gekennzeichnet ist. Es gibt zudem keine homogenen, allgemeingültigen Konzepte der Kindheit, der Jugend oder des Alter(n)s, da innerhalb der Altersgruppen die einzelnen Biografien und Lebenslagen zunehmend variieren.  Die Altersgruppen verteilen sich im Raum sehr unterschiedlich, allerdings sind diese Muster über die Zeit nicht stabil. Neben den ökonomischen Gründen und individuellen Präferenzen sind spezifische städtebauliche und infrastrukturelle Kontexte unterschiedlich für bestimmte Haushaltsformen geeignet (junge Familien, Rentner-Paare, Singles, Witwen). Daher spielen räumliche Strukturen und Prozesse sowie geographische Determinanten für diverse Lebensphasen bzw. die biografischen Mikroprozesse eine maßgebliche Rolle.

Typische Fragestellungen dieses Themenfeldes sind:

  • Inwiefern werden unterschiedliche Lebensphasen (Kindheit, Jugend, Hochaltrigkeit) von Planung und Steuerung wahrgenommen?
  • Wie eignen sich Kinder/Jugendliche/Ältere konkrete (städtische) Orte an und wie werden  spezielle Orte wahrgenommen?
  • Nach welchen Merkmalen gibt es entscheidende Unterschiede der Raumaneignung und -wahrnehmung innerhalb der Altersgruppen??
  • Wie erleben Kinder/Jugendliche/Ältere alltägliche Wege in der Stadt und welche Rahmenbedingungen sind dabei zu berücksichtigen?
  • Wie können spezifische Gruppen an Planungs- und Steuerungsprozessen partizipieren?
  • Inwiefern können Wohnstandortpräferenzen spezieller Altersgruppen mit generellen biografischen Erlebnissen (Pensionierung) in Verbindung gebracht werden?

Segregation, Gentrifizierung

Text bald verfügbar!

Migration und Integration

Text bald verfügbar!

Gender und Intersektionalität

Gender- und intersektionalitätstheoretisch begründete Zugänge in der raumbezogenen (Un-)Gleich-heitsforschung fokussieren auf die Analyse diskriminierender Zuschreibungen und Strukturen entlang geschlechtsbezogener und weiterer sozio-struktureller Persönlichkeitsmerkmale (wie Alter, Klasse, Einkommen, Ethnizität/ Nationalität etc.). Forschungsstrategisch werden mikro- wie makroanalytische Erhebungen trianguliert um somit deren Effekte auf Raumaneignungs- und Nutzungskonzepte sowie deren (Re)Strukturierungen in planerisch-raumbezogenen Handeln untersuchen zu können.

Typische Fragestellungen sind:

  • Inwiefern sind Muster der Raumaneignung und -nutzung von geschlechter-, sozialen und funktionalen Anordnungen abhängig?
  • Welche Formen der Raumaneignungen und -nutzungen existieren jenseits normativ-existenzialistischer Konnotationen und Annahmen?
  • Wie wird Raum im planerischen Handeln „hergestellt“? Welche Gesellschaftsbilder stehen dahinter?
  • Wer bekommt welchen und wieviel Raum? Und wie können räumlich-hierarchische Anordnungen neu verhandelt und strukturiert werden?