Urban & Regional Governance

In der Stadt- und Regionalentwicklung werden seit den 1980er Jahren vielfältige Formen der Steuerung und Koordination, reichend von Formen der Selbstorganisation bis zur hierarchischen Steuerung kollektiven Handelns im Kontext kollektiver Sachverhalte angewandt. Im Themenfeld werden diese verschiedenen Formen basierend auf einem wissenschaftlichen, breiten Governance-Verständnis analysiert sowie vor allem in Bezug auf Legitimität und Inklusion bewertet. AkteurInnen, Regelsysteme (Institutionen) und deren Wechselwirkung stehen im Mittelpunkt der Forschung.

Typische Fragestellungen sind:

  • Wie kann es gelingen, sozialräumliche Kontexte mit planerischen (formellen und informellen) Institutionen zu beeinflussen?
  • Welche spezifischen Governance-Modi zeigen sich bei der Bearbeitung planerischer Probleme bzw. in raum- und planungsrelevanten Themenfeldern?
  • Welche Wirkungen hat der rechtlich-institutionelle Rahmen von Planung auf die Bildung von Akteurskonstellationen sowie auf die Handlungs- und Interaktionsorientierungen von Akteuren?
  • Welche neue Rolle spielen staatliche Akteure in der räumlichen Planung?

Urban Commons

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Politics, Power

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Protest, Demokratie

In den vergangenen Jahren entstanden in vielen Städten rund um den Globus große Protestbewegungen, oft als Reaktion auf Austeritätspolitik, die direkte Auswirkungen auf das Leben der BürgerInnen hatte. Diese Protestbewegungen nehmen Einfluss auf den urbanen Raum, etwa durch Besetzungen, Kundgebungen oder durch Protestmärsche, indem sie die Stadträume als ihre Bühne benutzen, um ihre Forderungen zu äußern. Der städtische Raum wird zu einem zentralen Werkzeug im Ausdruck von Politik und im demokratischen Prozess. Protest und die Reaktion des Staates und seiner Behörden darauf zeigen Hierarchien und Machtverhältnisse im urbanen Raum, während diese räumlichen Praktiken gleichzeitig das Potenzial für emanzipatorische Prozesse und zur Überwindung von Hierarchien und dominierenden Strukturen tragen.

Typische Fragestellungen sind:

  • Welche Rolle nimmt der Raum für die städtische Demokratie im Allgemeinen und insbesondere bei Protesten ein?
  • Wie wird der Raum durch Protestbewegungen angeeignet? Welche räumlichen Taktiken werden angewendet?
  • Wie reagiert die Regierung / die Staatsgewalt auf Proteste im urbanen Raum? Wie verändern sich hier die Ansätze / Diskurse im Laufe der Zeit?
  • Welche Bedeutung hat zugänglicher urbaner Raum für die städtische Demokratie (emanzipatorische Prozesse, politische Partizipation)?

Planungskultur

Aktuelle Debatten um Planungskultur beschreiben neue Sicht- und Interpretationsweisen von räumlicher Planung und deren Prozesse. Eine zeitgemäße Definition von räumlicher Planung umfasst dabei die Gesamtheit aller Handlungen, welche auf die zukünftige Entwicklung eines räumlichen Gebiets gerichtet sind und dessen Gestaltung und Aneignung steuern bzw. beeinflussen. Dieses weite Verständnis von räumlicher Planung korrespondiert mit einem holistischen sowie mit einem bedeutungs- und wissensorientierten Kulturverständnis. Planung ist in diesem Sinne per se kulturell und wird als eine kulturelle Praxis verortet, die sich in Abhängigkeit von ihren Sinnsystemen und Handlungskontexten vollzieht und Räume mit bestimmten Bedeutungen produziert. Planungskultur steht als Leitidee für einen unabgeschlossenen Suchprozess, der sich auf das kulturelle Verstehen der Praktiken räumlichen Planens richtet.

Urban Living Labs

Als Instrument zur Etablierung einer offen gestalteten kollaborativen Praxis empfiehlt die Europäische Kommission die Entwicklung sogenannter (Urban) Living Labs (ULL), um soziale Räume zu ermöglichen, in denen nicht nur Produkte und Serviceleistungen entstehen, sondern auch jede Art lokaler Anliegen bearbeitet werden kann. Neue Prozesse der urbanen Produktion, der Co-Produktion, der Partizipation und des offenen Lernens stehen dabei im Mittelpunkt. Häufig werden in der Praxis online- und offline-basierte interaktive und kollaborative Entwicklungsansätze kombiniert. Die Vielfalt der Ansätze ist nicht zuletzt eine Antwort auf die komplexer werdenden Interaktionen in einem globalen Umfeld. Kernziel der ULL ist die systematische Interaktion aller relevanten Akteur_innen unter expliziter Einbindung der Endnutzer_innen in ein experimentelles Entwicklungslabor auf einem lokalen, städtischen und/oder regionalen Maßstab wie auch im Kontext strategischer Planungs- und Entwicklungsansätze.

Ausgehend von der These, dass die Konzepte der ULL (bisher) weitgehend unsensibel gegenüber sozialräumlichen Kontexten und sozialpsychologischen Dimensionen des Lernens und Handelns sind, befassen sich die Forschungen in diesem Themenfeld auf der Basis lerntheoretischer Konzepte mit der Weiterentwicklung des ULL-Ansatzes durch die Erarbeitung und Erprobung innovativer Vermittlungsformen von Wissen, die das schrittweise, kontinuierliche Lernen der Beteiligten und deren Organisation ermöglichen.